an architectural challenge | The Marina Bay Sands Singapore

Ich möchte euch heute auf einen Walkaround durch und um das Marina Bay Sands Bauwerk mitnehmen. Da der ganze Komplex allerdings sehr umfangreich ist, können wir dort so viel entdecken, dass es noch weitere Touren geben wird (Gardens by the Bay, Marina Bay Sands Skypark). Doch bevor wir uns auf den Weg machen ein paar Zahlen und Fakten:

  1. Bei einem Preis von $ 8 Mrd. = $ 8.000.000.000 (ja, das sind viele Nullen!)
  2. Das Marina Bay Sands Hotel hat 55 Etagen mit 2.561 Zimmern.
  3. Es verfügt über ein Kongresszentrum mit Platz für bis zu 45.000 Personen.
  4. Weltgrößtes Atrium Casino mit 600 Spieltischen, 2.500 Spielautomaten und elektronische Spieltische und 35 Spielprivatzimmer.
  5. Der Swimming-Pool im Sands Skypark ist das weltlängste „schwebende“ Schwimmbad in 200 m Höhe über dem Boden.
  6. Die Shoppes at Marina Bay zählen etwa 300 Einzelhandels-und F & B Outlets.
  7. Grand Theatre und Sands Theatre bieten Platz für 2.155 und 1.680 Zuschauer. Zu den Shows gehören u.a. The Lion King und The Wicked.
  8. Größte Wassershow in Südostasien
  9. iLight Marina Bay ist Asiens erstes und einziges nachhaltiges „lightfestival“, um ein Bewusstsein für energiesparende Lichttechnologien für die städtische Umwelt zu schaffen.
  10. Das ebenfalls nachhaltig gedachte ArtScience Museum, in Form einer Lotusblüte,  sammelt Regenwasser und recycelt es für den Einsatz in den Gebäude Toiletten.

Aber nun geht es los mit unserem Walkaround…

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Hier stehen wir also: Mitten in Singapur am sogenannten Marina Bay, wo sich das neue Wahrzeichen der Stadt dem heute – wie so oft – bewölkten Himmel entgegenstreckt. Es ist schwül draußen: 31°C und eine extrem hohe Luftfeuchtigkeit, insofern kommt die Wolkendecke ganz gelegen. Vermutlich wird es am Nachmittag wieder gewittern. Momentan ist es jedenfalls noch trocken, der Regenschirm kann in der Tasche bleiben, die Fotokamera darf zum Einsatz kommen. Wir starten am ersten konstruktiven Highlight, der Helix-Brücke, die uns geradewegs auf das Marina Bay Sands Bauwerk zuführt.

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Durch die Metallstreben haben wir unser Ziel vor Augen und, was wir bereits von weitem gesehen haben, drängt sich nun immer mehr als Frage auf: wie kann diese Kragkonstruktion halten. Das Marina Bay Sands ist genau hierfür so bekannt. Das Erscheinungsbild mit den drei Gebäudeteilen, die wie gigantische Stützen wirken, und die schiffsartige, weit auskragende Dachkonstruktion, die sie tragen müssen. Ganze 65 m dieser Platformkonstruktion ragen ins Freie und beherbergt nicht nur eine Besucherterrasse, sondern einen in fast 200 m Höhe angelegten Infinitypool mit Blick über Singapur, eine Bar, einen Club, sowie 650 Pflanzen und 250 Bäume! Eine gestalterische und vor allem statische Herausforderung der Extraklasse, der sich Safdie Architects mit bemerkenswertem Ergebnis gestellt haben. Wir nähern uns weiterhin mit großen Schritten und mit jedem Schritt wird uns die gigantische Größe des Bauwerkes bewusster.

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Bevor wir hineingehen drehen wir uns noch einmal um. Durch die Helix-Konstruktion sehen wir im Hintergrund ein Riesenrad, den Singapur-Flyer, ein weiteres Wahrzeichen der Stadt. Wir verabschieden uns von dem schwülen Aussenklima und nehmen den Eingang in das Einkaufszentrum Shoppes at Marina Bay Sands. Laut unserer Auskunft gelangt man hierdurch in den Hotelbereich. Nach einem ersten kleinen Temperaturschock haben wir uns an die kühle Klimatisierung gewöhnt und lassen einen Blick durch das riesige Einkaufszentrum schweifen. Ein Geschäft reiht sich an das nächste: von Zara bis Prada ist hier wirklich alles vertreten. Louis Vuitton hat seinen Flagstore sogar in einem ausgelagerten, kristallartigen Anbau, der zum Marina Bay hin vollverglast ist.

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Wir schauen in den unteren Bereich, wo sich eine Art Food Court befindet. Ganz gleich wonach einem gerade der Appetit steht – vom indischen Curry, über Mie Goreng bis hin zu Pizza ist für jeden Geschmack etwas dabei. Und dann wird uns klar, die weiße Fläche inmitten des zugehörigen Sitzbereiches ist keine Freifläche für Aktionen, sondern eine Eislaufbahn! Schnell schießen uns jede Menge Gedanken durch den Kopf. Gigantomanie, CO2, das ist ja wie in Dubai mit der Skihalle!  Unbedingt müssen wir uns das von nahem ansehen! Ausserdem ist es Mittag und ein kleiner Snack für zwischendurch schadet nicht, bevor es in den „eigentlichen“ Gebäudeteil geht. Schnell zeigt sich einmal mehr: Singapur wäre nicht Singapur, wenn das alles nicht auch einen zukunftsweisenden Ansatz mitbringen würde. Die Eisfläche ist keine echte Eisfläche! Eine Spezialbeschichtung, die von echtem Eis kaum zu unterscheiden ist, macht das Schlittschuhlaufen mitten in Singapur möglich – auch ohne energetische Verschwendung (über die Klimatisierung der Mall denken wir an dieser Stelle mal nicht weiter nach). Frisch gestärkt geht es weiter. Wir folgen den Wegweisern Richtung Hotelrezeption. Auf dem Weg dorthin fallen und diverse Zahnbehandlungsstudios auf. Der Singapurer lässt sich also auch gerne mal während einer Shoppingtour die Zähne bleichen. Weiterhin bemerken wir eine Art Kanal mit kleinen Verbindungsbrücken, der sich im unteren Level durch die Einkaufsmall zieht. Und – nein! – als hätten wir es erwartet: da kommt eine Gondoliere, samt Gondolieri und einem verliebten Pärchen an Bord. Wer das Venetian in Las Vegas kennt, weiß genau, wie so ein Indoor-Venedig aussieht. Wenngleich man es in Las Vegas mit der filmkulissenartigen Inszenierung auf die Spitze getrieben hat. Ein Museum, das Artscience Museum, sowie ein Casino gibt es hier wie anfangs genannt ebenfalls, doch diese sind heute nicht Bestandteil des Rundgangs.

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Nun sind wir im Rezeptionsbereich des Hotels angekommen. Unser Blick arbeitet sich an den vielen Balkonen der Hoteletagen hinauf und wieder hinab. Es gibt natürlich nicht nur eine Rezeption. Das wundert uns bei der Menge an Hotelgästen, die hier unterkommen können, nicht. Der Blick nach Oben erinnert uns an DAS ZIEL, was vermutlich die meisten haben, wenn sie das Marina Bay Sands besuchen: die Aussichtsplattform Skypark! Doch wie gut, dass wir einen so netten Concierge in unserem Hotel haben, der uns gerne ein paar Insidertipps zuflüstert. Daher freuen wir uns schon auf die fantastische Aussicht von dort oben, die wir uns aber für den Abend aufheben. Wer also Lust und Zeit hat auf die Marina-Bay-Sands-Skypark-bei-Nacht-Erkundungstour (was für ein Begriff :) mitzukommen, der kann sich auf den Post dazu freuen.

Auf dem Weg durch die auf Rezeptionsnivea miteinander verbundenen Türme fallen uns konstruktive Fassadendetails auf, die wir unbedingt fotografisch festhalten müssen – nicht nur wegen der Konstruktion, sondern wegen der Perspektiven, die sich eröffnen.

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Wir folgen wieder einer Beschilderung und finden den Weg durch die unterirdische Metrostation nach draußen, auf die Rückseite des Marina Bay Sands Komplexes, wo sich ein weiteres Highlight befindet: der botanische Garten Gardens by the Bay (nicht zu verwechseln mit dem Botanic Garden Singapore). Da es hier viel zu entdecken und zu erzählen gibt, werden wir noch einmal ganz in Ruhe einen eigenen Walkaround durch die Gardens by the Bay machen.

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Daher sehen wird uns nur kurz um, stellen fest, dass wir definitiv wieder hierherkommen werden und wenden uns der Rückseite des Marina Bay Sands Gebäudes zu. Zwischen den Blumen und Gewächsen ragt es empor. Den Weg zurück nehmen wir diesmal überirdisch.

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Über eine hübsch und sauber (das Stichwort für Singapur) bepflanzte Brücke laufen wir auf einem höheren Etagenniveau in das Gebäude hinein und durchqueren es.

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Auf der anderen Seite angekommen wandert unser Blick die Fassade herauf, an der wir uns nun näher dran befinden.

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Ein schönes Fassadendetail ist die Gitterstruktur, die je nach Stellung Bilder zu zeigen scheint. Doch, auch hier – wo wir wieder etwas elektrisch angetriebenes erwarten – zeigt sich: es ist ein Windspiel. Der Stand der Lamellen zur Sonne ruft zufällige Muster hervor, die dann und wann gestaltartig wirken, dabei aber nur in der Fantasie des Betrachters entstehen.

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Wir halten für eine Weile inne, bevor wir unsere Tour beenden, und sehen uns dieses Windspiel an, dass uns mit seiner Leichtigkeit sicherlich in Erinnerung bleiben wird. Schön, dass Ihr dabei wart!

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Alle Bilder: © zoOom Fotografie

Der Blogger RedChalkSketch hat zum Marina Bay Sands einen sehr schönen Artikel gepostet, der vor allem bezogen auf bauliche Details, Grundrisse etc. in die Tiefe geht. Diesen werde ich im Anschluss rebloggen. Schaut also auch gerne dort mal hinein!
RedChalkSketch freut sich sicherlich – so, wie jeder Blogger – über ein „Like“, wenn Euch der Artikel gefällt :)

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2 Antworten zu “an architectural challenge | The Marina Bay Sands Singapore

  1. Pingback: Gardens by the Bay | Singapore | archicouture LAB | Designjournalismus, Design Research, Human Centered Design·

  2. Pingback: Marina Bay Sands | Skypark at Night | archicouture LAB·

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